Die Kostbarkeit Leben – in allem was ist

Heute möchte ich dir eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte aus meinem Leben. Eine Geschichte, die mich tief berührt hat. Eine Geschichte, die in mir etwas verändert hat.

Ich bin reich beschenkt. Mein Partner hat ein Haus am Land. Es ist kein gewöhnliches Haus. Es ist ein sehr altes Haus. Alt in mehrere Hinsicht. Alt, da es aus dem Jahre 1775 stammt und auch noch so aussieht. Alt, da es mit den UrEnergien noch verbunden ist. Ein Kraftort, der noch so frei ist und unbelastet, wie es heutzutage wenige gibt. Das Haus steht auf einer kleinen Anhöhe direkt neben dem Wald. Es hat die Hausnummer 1. Damals war es ein Jagdhaus. Somit hat es viel Geschichte. Auch diese Geschichte war lange auf dem Platz und im Haus spürbar.

Für mich ist dieser Ort ein Segen und ein Geschenk. Ich fühle mich dort so wohl. Ich kann dort zur Ruhe kommen, wenn ich aus meiner Mitte bin und Stille brauche. Es ist ein Ort der Inspiration. Es ist ein Ort der Schöpfung. Ich liebe es dort zu sein. Es ist für mich das reine SEIN. Verbunden mit allem und so frei.

Dieses Haus, da es schon so alt ist, und auch dementsprechend aussieht, hat viele Mitbewohner. Wir sind meist am Wochenende dort. Ich bin oft auch alleine dort. Alleine und mit den Mitbewohnern. Einer unserer Mitbewohner ist Billi. Billi der Siebenschläfer.

Die erste Begegnung hatte ich vor drei Jahren. Ich war gerade im Dachboden und habe etwas gesucht. Es war finster und ich habe wenig gesehen. Plötzlich spüre ich etwas über meine Hand huschen. Ich blicke auf, und sehe eine Maus. Zuerst dachte ich, es sei eine ganz normale Hausmaus. Beim zweiten Blick entdeckte ich den buschigen Schwanz. Ich recherchierte und mir wurde klar, dass es ein Siebenschläfer ist. Ab diesen Zeitpunkt hatten wir ein Haustier. Es machte sich jeden Abend wild bemerkbar. So eine Billimaus kann ganz schön laut sein. Ich ärgerte mich über den Lärm. Es war mir unangenehm. Ich wollte Billi weghaben. Ich redete mit ihm. Es hat nichts genutzt. Er war immer wieder da. Lautstark, und immer intensiver, denn je. Ich habe immer wieder davon geredet eine Falle aufzustellen und ihn zu töten. Denn er nervte mich so sehr.

Das ging so bis vor kurzem, als ich eine neue Begegnung mit Billi hatte. Eine Begegnung, die meine Einstellung veränderte.

Wir waren wieder einmal am Wochenende im Haus. Hörten schon von weitem die Geräusche und die Anwesenheit von Billi. Es war Nachmittag. Wir sind gerade im Gang und plötzlich sitzt Billi vor uns. Schaut uns an und huscht die Stiege in den Dachboden hinauf. Wir öffnen die Tür und er sitzt seelen ruhig auf dem Stiegengelände und schaut zu uns. Es war für mich faszinierend. Dieses Tier hatte jegliche Scheu abgelegt und sich uns so nah gezeigt. Ich schaute in seine Augen. Ich war tief berührt. Ich konnte dieses Leben, das in allem steckt, so tief spüren und wahrnehmen. Plötzlich sah ich Billi mit ganz anderen Augen.

Ich lies all das auf mich wirken. Dann kam ich zu der Erkenntnis, dass alles Leben, egal, was es ist, so kostbar ist. Ich habe kein Recht, irgendetwas zu töten. Ich merkte, wie Scham in mir hochstieg, überhaupt solche Gedanken gehabt zu haben. Ich legte in mir alle Schwerter nieder. Ich schloss in mir mit Billi Frieden. Seit dem ist er noch da, jedoch viel leiser.

Meine Einstellung hat sich durch dieses Ereignis gewandelt. Ich hatte erkannt, dass ich bei Tieren „werte“. Wenn es ein anerkanntes Haustier ist, dann ist alles wunderbar. Wenn es ein Tier im Wald ist, ist es auch rechtgefertigt. Wenn es jedoch eine Mischung ist, was dann? Wie komme ich dazu mir das herauszunehmen darüber zu bestimmen? Es ist ein Lebewesen in einem Haus. Es ist auch sein Zuhause. Vielleicht war es das schon viel früher, als ich mir bewusst ist.

Ich bin dankbar, für die Begegnung. Sie hat mich bereichert, die Augen geöffnet. Mit den Augen des Herzens zu sehen. Aus einer anderen Sicht. Aus der Sicht der Schöpfung.

Wie geht es dir dabei?
Wie siehst du die Schöpfung?
Wie siehst du das Leben?